Die Verbindung zwischen HLA-DQ2 und Schlaf ist indirekt und wird hauptsächlich über die Zöliakie vermittelt. HLA-DQ2 ist der wichtigste genetische Risikofaktor für Zöliakie, eine Autoimmunerkrankung, die durch Gluten ausgelöst wird. Bei unbehandelter Zöliakie können Schlafstörungen wie Insomnie, unruhiger Schlaf und Tagesmüdigkeit auftreten – vermutlich durch entzündliche Prozesse, Nährstoffmängel (z. B. Eisen, Vitamin D, B‑Vitamine) oder Begleiterkrankungen wie das Restless-Legs-Syndrom. Allerdings besitzt etwa 30 % der Bevölkerung das HLA-DQ2-Merkmal, aber nur ein kleiner Teil entwickelt tatsächlich Zöliakie. Ohne gesicherte Zöliakie-Diagnose (positive Serologie und Biopsie) ist ein alleiniger HLA-DQ2-Nachweis kein Prädiktor für Schlafprobleme. Die Evidenz für einen direkten Effekt von HLA-DQ2 auf den Schlaf ist daher schwach und beruht auf Beobachtungsstudien bei Zöliakie-Patienten. Wer Schlafstörungen und mögliche Glutenunverträglichkeit hat, sollte ärztlich abklären lassen, ob eine Zöliakie vorliegt. Ein Gentest allein reicht nicht aus.
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