Cortisol ist ein zentrales Stresshormon, aber direkte Messungen über Speichel- oder Haartests aus dem Eigenhandel sind oft wenig aussagekräftig, da Cortisol tageszeitlich schwankt und durch viele Faktoren (Schlaf, Ernährung, Bewegung) beeinflusst wird. Die Aussagekraft einzelner Gentests, etwa zum COMT-Val158Met-Polymorphismus, ist für die Stressregulation praktisch irrelevant – große GWAS (Border 2019, n=620k) haben den „Warrior/Worrier“-Effekt widerlegt. Auch Mikrobiom-Tests liefern keine validen Cortisol- oder Stressmarker; das Firmicutes/Bacteroidetes-Verhältnis ist als Biomarker für Stoffwechselprobleme nicht bestätigt. Statt auf Einzeltests zu setzen, sollte man auf bewährte Stressmanagement-Strategien achten: ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung mit genug Ballaststoffen (ca. 30 g/Tag) und soziale Unterstützung. Bei anhaltenden Stresssymptomen oder Verdacht auf eine Nebennierenerschöpfung ist ärztlicher Rat einzuholen. DTC-Tests können allenfalls als grobe Orientierung dienen, nicht als Diagnose.
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