Östrogene sind eine Gruppe von Steroidhormonen, die hauptsächlich in den Eierstöcken produziert werden und eine zentrale Rolle im weiblichen Fortpflanzungssystem, Knochenstoffwechsel, Herz-Kreislauf-System und Gehirn spielen. Die wichtigsten Vertreter sind Östradiol, Östron und Östriol. Evidenzbasiert ist: Östrogenmangel in der Menopause erhöht das Risiko für Osteoporose und kardiovaskuläre Ereignisse; Hormonersatztherapie (HRT) kann diese Risiken senken, aber auch das Brustkrebs- und Thromboserisiko erhöhen (je nach Typ, Dosis und Dauer). Die Evidenz für HRT stammt aus großen RCTs wie der Women's Health Initiative (WHI) und Beobachtungsstudien. Nicht evidenzbasiert sind dagegen viele Behauptungen von Direct-to-Consumer-Tests, die einzelne Östrogenrezeptor-Varianten (z. B. ESR1) mit individueller „Östrogenempfindlichkeit“ verknüpfen – die Effekte sind klein und nicht klinisch handlungsrelevant. Auch Nahrungsergänzungsmittel mit Phytoöstrogenen (z. B. Soja-Isoflavone) zeigen in Metaanalysen nur schwache, inkonsistente Effekte auf Hitzewallungen oder Knochendichte. Fazit: Östrogenwirkungen sind gut verstanden, aber personalisierte DNA- oder Biomarker-Aussagen sind oft übertrieben. Eine fundierte ärztliche Beratung bleibt essenziell.
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