Der Zusammenhang zwischen LDL-Cholesterin und den Wechseljahren ist gut belegt. Mit sinkendem Östrogenspiegel in der Perimenopause und Postmenopause verliert das Gefäßsystem einen wichtigen Schutzfaktor. Östrogen fördert die LDL-Rezeptor-Aktivität in der Leber, sodass LDL effizienter abgebaut wird. Fällt dieser Effekt weg, steigt das LDL-Cholesterin im Blut typischerweise um 10–20 % an. Gleichzeitig kann das „gute“ HDL-Cholesterin leicht abfallen, was das kardiovaskuläre Risiko weiter erhöht. Diese Veränderungen sind unabhängig von Lebensstilfaktoren, können aber durch Ernährung, Bewegung und ggf. Hormontherapie beeinflusst werden. Wichtig: Ein erhöhter LDL-Wert in den Wechseljahren ist kein unabwendbares Schicksal. Regelmäßige Blutfettkontrollen, eine herzgesunde Ernährung (z. B. mediterrane Kost) und ausreichend Bewegung können den Anstieg abmildern. Die individuelle genetische Veranlagung spielt ebenfalls eine Rolle, aber der Östrogenabfall ist der dominierende Treiber. Eine Hormonersatztherapie kann LDL senken, sollte aber immer individuell abgewogen werden. Die Evidenz basiert auf großen epidemiologischen Studien und klinischen Beobachtungen – die Datenlage ist stark.
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