Die Frage, ob FUT2 bei Allergien sinnvoll ist, lässt sich mit der aktuellen Studienlage nicht eindeutig bejahen. FUT2 codiert für eine Fucosyltransferase, die die Sekretion von AB0-Blutgruppenantigenen in Körperflüssigkeiten steuert (Secretor-Status). Nicht-Sekretoren (ca. 20 % der Bevölkerung) haben eine veränderte Schleimhautimmunität und ein anderes Mikrobiom. Einige Beobachtungsstudien zeigen ein leicht erhöhtes Risiko für atopische Erkrankungen (z. B. Ekzeme, Nahrungsmittelallergien) bei Nicht-Sekretoren, andere Studien finden keinen Zusammenhang oder sogar protektive Effekte. Die Evidenz ist überwiegend mechanistisch und basiert auf Assoziationsstudien (GWAS) mit kleinen Effektstärken. Ein reiner FUT2-Gentest allein ist daher nicht ausreichend, um eine Allergie zu diagnostizieren oder das individuelle Risiko verlässlich vorherzusagen. Im Rahmen eines umfassenden nutrigenetischen Panels kann FUT2 als ein Baustein unter vielen betrachtet werden, jedoch mit dem Hinweis, dass Lebensstil, Umwelt und andere Gene (z. B. VDR) eine größere Rolle spielen. MyBody-X-Tests sind laut Eigenangaben nicht diagnostisch und unterliegen dem GenDG. Für Allergieabklärung sind klinische Tests (spezifisches IgE, Pricktest) und ärztliche Beratung notwendig.
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