Ferritin als Speicherprotein für Eisen wird bei Senioren häufig gemessen, aber der Nutzen ist kontextabhängig. Sinnvoll ist die Bestimmung vor allem bei Verdacht auf Eisenmangel (z. B. Müdigkeit, Blässe, kognitive Einschränkungen) oder Eisenüberladung (z. B. Hämochromatose). Allerdings ist Ferritin ein Akute-Phase-Protein: Bei Entzündungen, Infektionen oder chronischen Erkrankungen (häufig im Alter) kann es erhöht sein, ohne dass ein echter Eisenüberschuss vorliegt. Umgekehrt kann ein normaler Ferritinwert einen Eisenmangel nicht sicher ausschließen, wenn gleichzeitig eine Entzündung besteht. Daher empfehlen Leitlinien, bei Senioren zusätzlich CRP oder löslichen Transferrin-Rezeptor zu messen. Ein generelles Screening ohne klinischen Anlass ist nicht belegt. Die Evidenz basiert auf klinischer Praxis und Beobachtungsstudien, nicht auf großen randomisierten Studien. Fazit: Ferritin ist sinnvoll bei gezielter Fragestellung, aber nicht als Routine-Check bei allen Senioren.
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