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Wann ist Cortisol Labor wirklich sinnvoll?

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Wann ist Cortisol Labor wirklich sinnvoll?

Ein Cortisol-Labor ist klinisch sinnvoll bei Verdacht auf Erkrankungen der Nebennierenrinde wie Cushing-Syndrom (Überproduktion) oder Morbus Addison (Unterproduktion) sowie bei Nebenniereninsuffizienz. Auch zur Abklärung von unklarem Bluthochdruck, Gewichtsverlust oder Müdigkeit kann eine Bestimmung indiziert sein. Die Messung erfolgt meist im Blut, Speichel oder 24-Stunden-Urin, je nach Fragestellung. Wichtig: Ein einzelner Wert sagt wenig aus, da Cortisol tageszeitlichen Schwankungen unterliegt. Ein Dexamethason-Hemmtest oder CRH-Stimulationstest liefert oft klarere Ergebnisse. Keine Evidenz besteht für den Einsatz von Cortisol-Tests zur allgemeinen Stressdiagnostik oder basierend auf Gentests (z. B. COMT, BDNF). Consumer-DNA-Tests, die einen ‚Worrier‘-Phänotyp mit hohem Cortisol verbinden, sind nicht klinisch validiert. Die Labordiagnostik sollte immer durch einen Arzt erfolgen und in den klinischen Kontext eingebettet sein. Ohne konkrete Symptome oder Risikofaktoren ist ein Cortisol-Labor nicht sinnvoll.

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