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Kann Östradiol bei Langlebigkeit helfen?

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Kann Östradiol bei Langlebigkeit helfen?

Die Frage, ob Östradiol zur Langlebigkeit beiträgt, ist wissenschaftlich nicht eindeutig geklärt. Östradiol, die wichtigste Form von Östrogen, hat nachweislich positive Effekte auf Knochendichte, Herz-Kreislauf-Gesundheit und kognitive Funktionen bei Frauen vor der Menopause. Nach der Menopause sinkt der Östradiolspiegel, was mit erhöhtem Risiko für Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurodegenerativen Prozessen einhergeht. Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass eine Hormonersatztherapie (HRT) mit Östradiol das Mortalitätsrisiko senken könnte, jedoch sind randomisierte kontrollierte Studien (z. B. WHI) widersprüchlich: Sie zeigten teils erhöhte Risiken für Brustkrebs, Schlaganfall und Thrombosen, abhängig von Alter, Dauer und Art der Therapie. Bei Männern spielt Östradiol eine Rolle für Knochen- und Stoffwechselgesundheit, aber ein Überschuss kann schädlich sein. Die Evidenz für eine direkte Verlängerung der Lebensspanne durch Östradiol ist daher schwach und basiert hauptsächlich auf Assoziationsstudien. Ohne ärztliche Indikation und Risikoabwägung ist eine Einnahme nicht zu empfehlen. Die Aussagekraft von Gentests für Östradiol-bezogene Gene (z. B. CYP19A1, ESR1) ist ebenfalls begrenzt.

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