Der TSH-Test (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) ist ein häufig verwendeter Screening-Parameter für Schilddrüsenfunktionsstörungen, hat aber klare Risiken und Grenzen. Ein normaler TSH-Wert schließt eine Schilddrüsenerkrankung nicht aus, insbesondere bei subklinischen Formen oder zentraler Hypothyreose. Umgekehrt kann ein erhöhter TSH allein nicht zwischen primärer Hypothyreose und anderen Ursachen unterscheiden. Störeinflüsse wie Biotin-Einnahme (in Nahrungsergänzungsmitteln), Tageszeit (TSH unterliegt zirkadianen Schwankungen), nicht-Schilddrüsen-bedingte Erkrankungen („euthyroid sick syndrome“) und Medikamente (z. B. Glukokortikoide, Dopamin) können das Ergebnis verfälschen. Zudem variieren Referenzbereiche je nach Labor, Alter und ethnischer Herkunft. Ein isolierter TSH-Test ohne fT3/fT4 und Antikörper ist für eine vollständige Diagnostik unzureichend. Bei Verwendung von Heimtests oder Direkt-to-Consumer-Angeboten fehlt oft die ärztliche Interpretation, was zu Fehlentscheidungen führen kann. Evidenz: human-strong. Quellen: Leitlinien der American Thyroid Association (ATA) und Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE).
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