Die Frage, ob Vitamin B12 bei Stress helfen kann, ist wissenschaftlich nicht eindeutig zu beantworten. B12 ist essenziell für die Bildung von Neurotransmittern wie Serotonin und Dopamin sowie für die Myelinisierung von Nerven – ein Mangel kann daher Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und depressive Verstimmungen begünstigen, die oft mit Stress assoziiert werden. Allerdings gibt es keine hochwertigen klinischen Studien, die zeigen, dass eine B12-Supplementation bei Menschen mit normalen Serumspiegeln Stress reduziert. Die meisten positiven Berichte stammen aus Beobachtungsstudien oder Marketingaussagen von Nahrungsergänzungsmittelherstellern. Ein B12-Mangel sollte durch eine Blutuntersuchung ausgeschlossen werden, bevor man zu hochdosierten Präparaten greift. Bei nachgewiesenem Mangel kann die Supplementation die Stressresilienz verbessern, indem sie die Energieproduktion und Nervenfunktion unterstützt. Ohne Mangel ist ein Effekt auf das subjektive Stressempfinden jedoch unwahrscheinlich. Die Evidenzlage ist insgesamt schwach und basiert vorwiegend auf mechanistischen Überlegungen. Vorsicht ist geboten bei überhöhten Dosierungen, auch wenn B12 als wasserlöslich gilt.
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