Um einen Eisenmangel zuverlässig zu diagnostizieren, reicht ein einzelner Blutwert nicht aus. Die klinische Praxis stützt sich auf ein Panel aus mehreren Parametern. Der wichtigste ist das **Serum-Ferritin**, das die Eisenreserven des Körpers widerspiegelt. Werte unter 30 ng/ml deuten auf einen leeren Eisenspeicher hin, auch wenn das Hämoglobin noch normal ist. Das **Hämoglobin** zeigt eine manifeste Anämie an, ist aber ein später Marker. **Transferrinsättigung** (TSAT) gibt an, wie viel Eisen im Blut transportiert wird; Werte unter 16 % sind verdächtig. **Serum-Eisen** allein ist tageszeitabhängig und wenig aussagekräftig. **Löslicher Transferrin-Rezeptor** (sTfR) steigt bei Eisenmangel an und wird nicht durch Entzündungen verfälscht. **Ferritin** ist ein Akute-Phase-Protein, daher bei Entzündungen falsch erhöht – dann hilft CRP zur Interpretation. **MCH/HbE** (mittleres korpuskuläres Hämoglobin) ist ein Index aus dem Blutbild, der bei Eisenmangel erniedrigt ist. Caveat: Ein niedriges Ferritin allein beweist noch keine Eisenmangelanämie; die Kombination aller Werte und die klinische Einordnung sind entscheidend. Bei Selbsttests ohne ärztliche Begleitung besteht die Gefahr einer Überinterpretation oder einer unkontrollierten Eisensupplementation, die zu Eisenüberladung führen kann. Evidenz: practice (klinischer Standard).
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