MC4R (Melanocortin-4-Rezeptor) ist vor allem für seine Rolle bei Appetitregulation und Energiehomöostase bekannt. Häufige SNPs wie rs17782313 (C-Risikoallel) sind in GWAS mit einem leicht erhöhten BMI assoziiert (OR ~1,1–1,2). Ein direkter kausaler Effekt auf die Fertilität ist jedoch nicht belegt. Zwar gibt es Hinweise, dass MC4R auch die hypothalamische GnRH-Sekretion modulieren kann – dies stammt aber aus Tierstudien oder seltenen monogenen Mutationen, nicht aus populationsbasierten Humanstudien. Die Behauptung, ein MC4R-Test könne die Fruchtbarkeit vorhersagen oder verbessern, ist daher irreführend. Faktoren wie Alter, Hormonstatus, Lebensstil und organische Ursachen haben einen weitaus größeren Einfluss. Wer einen Gentest für Fruchtbarkeit erwägt, sollte sich an einen Endokrinologen oder Reproduktionsmediziner wenden. Die Evidenz für MC4R und Fertilität ist schwach und basiert auf mechanistischen Extrapolationen, nicht auf klinischen Studien.
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