Cortisol ist ein lebenswichtiges Hormon der Nebennierenrinde, das den Stoffwechsel, den Blutzucker, den Blutdruck und die Immunantwort reguliert. Es folgt einem circadianen Rhythmus (morgens hoch, nachts niedrig) und wird bei Stress vermehrt ausgeschüttet. Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn über Wochen typische Symptome eines Ungleichgewichts auftreten: anhaltende Müdigkeit, unerklärliche Gewichtszunahme (v.a. im Bauchbereich), Muskelschwäche, hoher Blutdruck, Stimmungsschwankungen oder vermehrte Infekte. Auch bei Schlafstörungen, die mit nächtlichem Cortisol-Anstieg zusammenhängen können, sollte man ärztlichen Rat suchen. Wichtig: Ein einzelner Cortisolwert im Blut oder Speichel sagt wenig aus – die Diagnose erfordert meist mehrere Messungen (Tagesprofil, Dexamethason-Hemmtest). Haus- oder Fachärzte (Endokrinologie) können abklären, ob ein Cushing-Syndrom (Überproduktion) oder eine Nebenniereninsuffizienz (Unterproduktion) vorliegt. Selbsttests aus dem Internet ersetzen keine ärztliche Diagnostik. Cave: Stress allein ist keine Krankheit, aber chronischer Stress kann körperliche Folgen haben. Die Evidenz für den Nutzen von Heim-Cortisol-Tests ist begrenzt – sie liefern Momentaufnahmen ohne klinische Validierung für den Alltag.
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