BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) ist vor allem für seine Rolle im Nervensystem bekannt, aber es gibt Hinweise, dass es auch an der Fortpflanzung beteiligt ist. Studien zeigen, dass BDNF in Ovarien, Eileitern und Endometrium exprimiert wird und die Follikelreifung, Eizellqualität und Embryonalentwicklung beeinflussen kann. Einige humane Beobachtungsstudien (z. B. zu Polymorphismen wie rs6265) deuten auf einen Zusammenhang mit weiblicher Fruchtbarkeit, In-vitro-Fertilisation (IVF)-Erfolg und männlicher Spermienqualität hin. Die Effekte sind jedoch klein, und die Evidenz ist überwiegend mechanistisch oder aus Tiermodellen abgeleitet. Es gibt keine validierten klinischen Empfehlungen, die auf BDNF-Genotypen basieren. Ein direkter DNA-Test auf BDNF-Varianten zur Fruchtbarkeitsprognose ist derzeit nicht evidenzbasiert. Faktoren wie Alter, Hormonstatus, Lebensstil und Ernährung haben einen weitaus größeren Einfluss. Zusammenfassend: BDNF ist ein interessanter, aber noch nicht ausreichend belegter Biomarker für Fertilität. Die Evidenzstufe ist human-moderat mit mechanistischen Ergänzungen.
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