Die Rolle von MTHFR in den Wechseljahren ist nicht abschließend geklärt, aber es gibt plausible mechanistische Zusammenhänge. MTHFR kodiert ein Schlüsselenzym im Folat-Stoffwechsel, das die Umwandlung von 5,10-Methylentetrahydrofolat zu 5-Methyltetrahydrofolat katalysiert. Dieses ist essenziell für die Remethylierung von Homocystein zu Methionin. Polymorphismen wie C677T (rs1801133) können zu erhöhten Homocysteinspiegeln führen. In den Wechseljahren sinkt Östrogen, was den Homocystein-Stoffwechsel zusätzlich beeinflussen kann. Erhöhtes Homocystein wird mit kardiovaskulärem Risiko, Stimmungsschwankungen und möglicherweise verstärkten Hitzewallungen in Verbindung gebracht. Allerdings ist die Evidenzlage überwiegend mechanistisch und aus Beobachtungsstudien; direkte klinische Studien zur MTHFR-Rolle in den Wechseljahren sind rar. Ein Gentest allein erlaubt keine Diagnose oder Therapieentscheidung. Folsäure- oder B-Vitamin-Supplemente können bei nachgewiesenem Mangel oder erhöhtem Homocystein sinnvoll sein, sollten aber ärztlich begleitet werden. Die Wechseljahre sind multifaktoriell; Lebensstil, Ernährung und Hormonstatus spielen eine größere Rolle als ein einzelnes Gen.
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