Die Frage, ob CYP1A2 bei Stress sinnvoll ist, lässt sich aus der aktuellen Evidenzlage nicht klar bejahen. CYP1A2 ist ein Enzym, das vor allem für den Abbau von Koffein und einigen Arzneistoffen bekannt ist. Es gibt Hinweise, dass Koffein die Stressreaktion (Cortisolausschüttung) modulieren kann – und da CYP1A2 die Koffeinclearance beeinflusst, könnten genetische Varianten dieses Enzyms indirekt die Stresswahrnehmung beeinflussen. Allerdings ist die Studienlage hierzu schwach und überwiegend mechanistisch. Bislang fehlen robuste klinische Studien, die einen direkten Nutzen eines CYP1A2-Gentests für das Stressmanagement belegen. Zudem wird die Stressantwort von vielen anderen Faktoren (Psyche, Lebensstil, Umwelt) dominiert. Ein Gentest auf CYP1A2 ist daher für die allgemeine Stressbewältigung nicht sinnvoll; er könnte allenfalls als Teil einer umfassenden Analyse zur Koffeinempfindlichkeit dienen. Vorsicht vor überhöhten Marketingversprechen: Die Evidenz reicht nicht für Handlungsempfehlungen.
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