Longevity-Labortests (z. B. DNA- oder Mikrobiom-Analysen) versprechen personalisierte Einblicke in Alterungsprozesse, doch ihre Risiken und Grenzen sind erheblich. Viele Marker beruhen auf Beobachtungsstudien mit kleinen Effekten – ein einzelnes SNP (z. B. ADRB2, MTNR1B) kann keine Ernährungs- oder Lebensstilempfehlung rechtfertigen. Die Evidenz ist oft mechanistisch oder marketinggetrieben, nicht klinisch validiert. Mikrobiom-Tests liefern eine Momentaufnahme der Bakterienvielfalt, können aber keine Krankheiten diagnostizieren; die Wissenschaft ist noch im Fluss. Zudem fehlen Längsschnittdaten, die tatsächliche Langlebigkeit vorhersagen. Ein weiteres Risiko: Fehlinterpretation oder Überbewertung von Ergebnissen führt zu unnötigen Ängsten oder falschen Maßnahmen. Die AHA 2025 rät von der klinischen Nutzung nutrigenetischer Tests ab. Fazit: Longevity-Labors können als Anstoß für einen gesünderen Lebensstil dienen, aber nicht als medizinische Entscheidungsgrundlage. Kritische Bewertung und ärztliche Begleitung sind unerlässlich.
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