CYP2D6 ist ein zentrales Enzym des Phase-I-Stoffwechsels und wird oft mit der Verstoffwechselung von Medikamenten assoziiert. In der Longevity-Forschung spielt es jedoch keine etablierte Rolle. Der Mythos, dass CYP2D6-Varianten direkt die Lebensspanne beeinflussen, ist wissenschaftlich nicht belegt. Zwar gibt es Hinweise, dass bestimmte Polymorphismen (z. B. *4, *10) das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen oder Krebs modulieren könnten, doch die Effektstärken sind gering und die Studienlage inkonsistent. Fakt ist: CYP2D6 ist ein Pharmakogen – seine Hauptbedeutung liegt in der personalisierten Medikamentendosierung, nicht in der Vorhersage der Lebenserwartung. Consumer-DNA-Tests, die CYP2D6 als „Longevity-Gen“ vermarkten, überschätzen die Evidenz. Ohne klinische Validierung und ohne Berücksichtigung von Umwelt- und Lebensstilfaktoren bleibt eine solche Aussage spekulativ. Vorsicht ist geboten: Eine Änderung der Medikation oder Supplementierung allein aufgrund eines Gentests ist nicht empfohlen.
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