TCF7L2 ist ein Transkriptionsfaktor, der stark mit dem Typ-2-Diabetes-Risiko assoziiert ist. Seine Rolle bei Müdigkeit ist indirekt: Varianten in TCF7L2 können die Insulinsekretion und Glukosehomöostase beeinträchtigen, was zu Blutzuckerschwankungen oder einer Insulinresistenz führen kann. Chronisch erhöhte oder schwankende Blutzuckerwerte wiederum sind eine bekannte Ursache für Erschöpfung und Energiemangel. Allerdings ist Müdigkeit ein sehr unspezifisches Symptom, das durch zahlreiche Faktoren (Schlafmangel, Stress, Eisenmangel, Schilddrüsenfunktion, psychische Belastung) ausgelöst wird. Ein einzelner Gen-SNP wie TCF7L2 erklärt nur einen winzigen Anteil der Varianz. Direkt-to-Consumer-DNA-Tests, die eine Verbindung zwischen TCF7L2 und Müdigkeit herstellen, übertreiben meist die klinische Relevanz. Die Evidenz ist mechanistisch und basiert auf Assoziationsstudien, nicht auf kausalen Belegen für Müdigkeit als direktes Gen-Symptom. Bei anhaltender Müdigkeit sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen, inklusive Blutzucker- und HbA1c-Messung, nicht allein ein Gentest.
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