Vitamin B12 ist essenziell für die DNA-Synthese, die Myelinisierung von Nerven und den Homocystein-Stoffwechsel. Ein erhöhter Homocysteinspiegel gilt als unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kognitiven Abbau – beides Faktoren, die die Lebensspanne beeinflussen können. Allerdings ist die Evidenz für eine direkte Verlängerung der Lebenserwartung durch B12-Supplementierung bei Gesunden schwach. Beobachtungsstudien zeigen einen Zusammenhang zwischen niedrigen B12-Spiegeln und erhöhter Mortalität, aber randomisierte kontrollierte Studien fehlen weitgehend. Besonders ältere Menschen haben häufig eine B12-Malabsorption (z. B. durch atrophische Gastritis), sodass ein Screening sinnvoll sein kann. DNA-Tests auf B12-bezogene Gene (z. B. MUT, TCN2) haben nur geringe prädiktive Aussagekraft und sollten nicht als alleinige Grundlage für Supplementierung dienen. Homöopathische oder hochdosierte B12-Präparate ohne nachgewiesenen Mangel sind nicht evidenzbasiert. Fazit: B12 ist für die Langlebigkeit relevant, aber der Nutzen einer Supplementierung ohne Mangel ist unklar. Ein Bluttest (Holotranscobalamin, Homocystein) ist aussagekräftiger als ein Gentest.
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