SHBG (Sexualhormon-bindendes Globulin) wird oft mit Langlebigkeit in Verbindung gebracht, da höhere SHBG-Spiegel mit besserer Insulinsensitivität, geringerem Diabetesrisiko und niedrigerer kardiovaskulärer Mortalität assoziiert sind. Allerdings ist die Evidenzlage komplex: SHBG wird durch Faktoren wie Alter, Geschlecht, Leberfunktion, Insulinresistenz, Schilddrüsenhormone und Östrogen/Testosteron beeinflusst. Einzelne SHBG-Messungen ohne klinischen Kontext sind wenig aussagekräftig. Direkt-zu-Verbraucher-Tests (z. B. Fingerstich) für Hormone haben oft eingeschränkte Genauigkeit, insbesondere für SHBG. Zudem fehlen randomisierte Studien, die einen kausalen Nutzen einer SHBG-Erhöhung für die Langlebigkeit belegen. Die Assoziation beruht überwiegend auf Beobachtungsstudien und mechanistischen Überlegungen. Für eine individuelle Langlebigkeitsstrategie sind etablierte Biomarker wie HbA1c, Nüchterninsulin, hs-CRP und Lebensstilfaktoren (Ernährung, Bewegung, Schlaf) relevanter. SHBG kann als ergänzender Marker dienen, sollte aber nicht isoliert interpretiert werden. Vorsicht vor übertriebenen Marketingversprechen: Ein hoher SHBG-Wert allein ist kein Garant für ein langes Leben.
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