Die Laienmeinung zu FTO bei Kindern lautet oft: ‚Das FTO-Gen bestimmt, ob mein Kind dick wird.‘ Die Evidenz zeigt jedoch ein differenzierteres Bild. FTO-Varianten (z. B. rs9939609) sind in großen GWAS mit einem erhöhten BMI assoziiert, aber der Effekt ist moderat – pro Risikoallel steigt das Körpergewicht im Durchschnitt um etwa 0,3–0,5 kg/m². Das bedeutet, dass ein Kind mit zwei Risikoallelen im Schnitt 1–2 kg schwerer sein kann als ein Kind ohne, aber der Lebensstil (Ernährung, Bewegung, Schlaf) hat einen weitaus größeren Einfluss. Zudem ist die genetische Risikoprädiktion im Einzelfall schwach; viele Träger der Risikovariante haben Normalgewicht. Für Kinder ist ein Gentest auf FTO nach deutschem GenDG ohne ärztliche Indikation nicht zulässig, da es sich um eine gesundheitsbezogene Analyse handelt. Die Testanbieter vermarkten dies oft als ‚Ernährungsgenetik‘, aber die klinische Relevanz für das Kindesalter ist begrenzt. Eltern sollten sich nicht auf ein einzelnes Gen fixieren, sondern auf eine ausgewogene Lebensweise achten. Die Evidenz ist human-strong (GWAS), aber die Übertragbarkeit auf individuelle Kinder ist schwach.
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