Der Omega-3-Index misst den Anteil von Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) in den Erythrozytenmembranen und gilt als etablierter Biomarker für das kardiovaskuläre Risiko. Im Kontext der Fruchtbarkeit (Fertilität) gibt es Hinweise aus Beobachtungsstudien, dass ein niedriger Omega-3-Index mit einer geringeren Eizellqualität, gestörter Spermienfunktion und verlängerter Zeit bis zur Schwangerschaft assoziiert sein kann. Allerdings ist die Evidenzlage begrenzt: Randomisierte kontrollierte Studien, die einen kausalen Effekt einer Omega-3-Supplementation auf die Fertilität belegen, sind rar und zeigen oft nur moderate Effekte. Zudem wird der Omega-3-Index durch Ernährung, Supplemente und individuelle Genetik (z. B. FADS-Varianten) beeinflusst, was die Interpretation erschwert. Ein direkter Nachweis, dass ein bestimmter Indexwert die Fruchtbarkeit verbessert, fehlt. Für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch kann der Test als Teil einer umfassenden Analyse sinnvoll sein, sollte aber nicht isoliert betrachtet werden. Die Evidenz ist als moderat einzustufen, da sie überwiegend auf Assoziationsstudien und mechanistischen Daten beruht. Caveat: Der Omega-3-Index ist kein diagnostischer Fertilitätstest und ersetzt keine ärztliche Abklärung.
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