Niedriges Cortisol („low cortisol“) bedeutet, dass die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Blut oder Speichel unter dem Referenzbereich liegt. Dies kann auf eine Nebenniereninsuffizienz (Morbus Addison) oder eine sekundäre Störung der Hypothalamus-Hypophysen-Achse hindeuten. Typische Symptome sind Müdigkeit, Gewichtsverlust, niedriger Blutdruck, Hautpigmentierungsstörungen und Salzhunger. Allerdings: Ein einzelner Messwert aus einem Heimtest (z. B. MyBody-X) ist nicht ausreichend für eine Diagnose. Cortisol unterliegt starken tageszeitlichen Schwankungen und wird durch Stress, Schlaf und Ernährung beeinflusst. Nur wiederholte, klinisch validierte Tests (z. B. ACTH-Stimulationstest) können eine echte Insuffizienz bestätigen. Viele Menschen mit „niedrigem Cortisol“ in Heimtests haben tatsächlich normale Werte bei erneuter Messung. Die Evidenz für Heimtests ist schwach; sie dienen der Orientierung, nicht der Diagnose. Bei anhaltenden Symptomen oder wiederholt niedrigen Werten ist ein Arztbesuch zwingend erforderlich. Eine unbehandelte Nebenniereninsuffizienz kann lebensbedrohlich sein (Addison-Krise). Daher: Nicht selbst behandeln oder Supplemente einnehmen, ohne ärztliche Abklärung.
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