CRP (C-reaktives Protein) ist ein unspezifischer Entzündungsmarker, der in der Ernährungspraxis oft als Indikator für systemische Entzündungen genutzt wird. Die Risiken und Grenzen liegen vor allem in seiner mangelnden Spezifität: CRP kann durch akute Infektionen, Verletzungen, Stress, Rauchen oder chronische Erkrankungen erhöht sein – nicht nur durch die Ernährung. Ein einzelner CRP-Wert sagt wenig über die langfristige Entzündungslast oder die Wirksamkeit einer spezifischen Ernährungsintervention aus. Zudem gibt es keine einheitlichen Cut-off-Werte für „ernährungsbedingte“ Entzündungen; die Referenzbereiche variieren je nach Labor und Population. Die Evidenz für eine direkte Steuerung der Ernährung allein anhand von CRP ist schwach, da randomisierte kontrollierte Studien oft nur moderate Effekte zeigen (z. B. durch mediterrane Kost). Auch die intraindividuelle Variabilität ist hoch: Tageszeit, letzte Mahlzeit und körperliche Aktivität beeinflussen den Wert. Daher sollte CRP nicht isoliert, sondern im Kontext anderer Marker (z. B. IL-6, TNF-α) und klinischer Symptome interpretiert werden. Für den Laien besteht die Gefahr von Fehlinterpretationen und unnötigen Ernährungsumstellungen. Ein erhöhter CRP-Wert ist immer ein Grund für eine ärztliche Abklärung, nicht für eine Selbstdiagnose. Evidenz: mechanistic/unclear.
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