Die Risiken und Grenzen von Gluten bei Kindern sind differenziert zu betrachten. Bei Kindern mit Zöliakie (ca. 1 % der Bevölkerung) ist eine lebenslange glutenfreie Diät medizinisch notwendig, da Gluten eine autoimmune Schädigung der Dünndarmschleimhaut auslöst. Die Diagnose erfolgt über spezifische Antikörper (tTG-IgA) und Dünndarmbiopsie, nicht über Gentests oder IgG-Tests. Letztere, wie der NutriCheck I, messen IgG-Antikörper gegen Gluten, sind aber kein validierter Marker für Unverträglichkeit und führen oft zu falsch positiven Ergebnissen und unnötigen Diäten. Auch genetische Tests auf HLA-DQ2/DQ8 können eine Zöliakie nicht ausschließen oder bestätigen, sondern nur das Risiko eingrenzen. Bei nicht-zöliakischer Glutensensitivität (NCGS) ist die Evidenz schwach, Symptome sind unspezifisch und eine glutenfreie Diät sollte nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, um Mangelernährung zu vermeiden. Die Grenzen liegen in der Überinterpretation von Gentests und IgG-Tests, die keine klinische Diagnose ersetzen. Für gesunde Kinder ohne Symptome oder Risikofaktoren gibt es keine Belege für einen Nutzen einer glutenfreien Ernährung. Vorsicht vor Marketing, das Gluten pauschal als schädlich darstellt.
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