Ferritin ist das zentrale Eisenspeicherprotein im Körper. Einerseits ist Eisen für Sauerstofftransport und Zellatmung essenziell, andererseits kann überschüssiges Eisen oxidative Schäden fördern, die mit Alterungsprozessen und chronischen Erkrankungen verbunden sind. Erhöhte Ferritinwerte treten bei Hämochromatose (z. B. HFE-C282Y-Mutation) auf und sind mit erhöhtem Risiko für Leberzirrhose, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und möglicherweise verkürzter Lebensspanne assoziiert. Allerdings ist Ferritin auch ein Akute-Phase-Protein; erhöhte Werte können durch Entzündungen, Infektionen oder Tumoren bedingt sein – dann spiegeln sie nicht unbedingt Eisenüberladung wider. Niedrige Ferritinwerte (Eisenmangel) beeinträchtigen die Zellfunktion und können ebenfalls die Gesundheit negativ beeinflussen. Direkte Langlebigkeits-GWAS mit Ferritin als Biomarker liegen kaum vor; die Evidenz stammt aus epidemiologischen Studien zu Eisenstatus und Mortalität. Fazit: Ein optimaler Ferritinbereich (ca. 30–150 µg/l bei Gesunden) scheint für die Langlebigkeit günstig, aber individuelle Faktoren (Genetik, Entzündung, Ernährung) sind entscheidend. Ein Gentest auf HFE-Varianten kann bei familiärer Belastung sinnvoll sein, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung.
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