MC4R (Melanocortin-4-Rezeptor) ist ein zentraler Regulator des Energiehaushalts und Appetits. Bestimmte Varianten (z. B. rs17782313) sind in GWAS mit einem leicht erhöhten BMI assoziiert, aber die Effektstärke ist gering – die meisten Träger sind nicht adipös. Ein direkter Zusammenhang zwischen MC4R-Varianten und Müdigkeit (Fatigue) ist wissenschaftlich nicht belegt. Müdigkeit ist multifaktoriell: Schlafmangel, Stress, Schilddrüsenfunktion, Eisenmangel oder psychische Faktoren spielen eine weit größere Rolle. Der Mythos, dass ein einzelner Gen-SNP „die Müdigkeit erklärt“, ist irreführend. DNA-Tests können hier keine klinisch verwertbare Aussage liefern. Wer unter anhaltender Erschöpfung leidet, sollte ärztliche Ursachenforschung betreiben – kein Gentest ersetzt eine medizinische Abklärung. Die Evidenz für eine MC4R-Fatigue-Verbindung ist daher als unklar einzustufen.
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