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Evidenz-Check: IgG im Kontext von Stress

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Evidenz-Check: IgG im Kontext von Stress

Die Bestimmung von IgG-Antikörpern wird oft im Rahmen von sogenannten „Nahrungsmittelunverträglichkeitstests“ vermarktet, jedoch ist die wissenschaftliche Evidenz für einen Zusammenhang mit Stress schwach. IgG ist das häufigste Immunglobulin im Blut und spiegelt eine vergangene oder chronische Antigenexposition wider – nicht unbedingt eine pathologische Reaktion. Chronischer Stress kann über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (HPA-Achse) die Immunregulation beeinflussen, was theoretisch auch IgG-Spiegel verändern könnte. Studien zeigen jedoch keine konsistente Assoziation zwischen Stress und erhöhtem Gesamt-IgG oder spezifischen IgG gegen Nahrungsmittel. Die meisten kommerziellen IgG-Tests basieren auf unzureichend validierten Methoden und werden von Fachgesellschaften nicht empfohlen. Ein erhöhter IgG-Wert allein ist kein Beleg für eine Stressreaktion oder eine behandlungsbedürftige Störung. Wer Stress-assoziierte Symptome hat, sollte besser etablierte Biomarker wie Cortisol, DHEA oder Entzündungsmarker (z. B. hs-CRP) in Betracht ziehen und die Ergebnisse ärztlich interpretieren lassen. MyBody-X-Tests liefern Rohdaten, keine Diagnosen. Evidenzlage: unklar, überwiegend mechanistisch.

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