ACTN3 (rs1815739) wird oft als „Speed-Gen“ vermarktet, doch die Evidenz für einen direkten Zusammenhang mit Müdigkeit ist schwach. GWAS-Assoziationen zeigen Odds Ratios von 0,05 bis 5,89 – ein extrem breites Spektrum, das auf kleine, uneinheitliche Effekte und unbekannte Phänotypen hinweist. Die Behauptung, das C-Allel mache ausdauernder oder müdigkeitsresistenter, ist ein Mythos. Tatsächlich sind die Effekte populationsabhängig und klinisch irrelevant. Müdigkeit wird durch Schlaf, Ernährung, Stress und Training weitaus stärker beeinflusst als durch ein einzelnes Gen. Der Test liefert keine medizinische Diagnose und sollte nicht zur Trainingssteuerung oder Supplementierung herangezogen werden. Fazit: ACTN3 ist ein Marker mit geringer Vorhersagekraft; die Müdigkeits-Interpretation ist nicht evidenzbasiert.
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