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Unterschied Laienmeinung vs Evidenz: MTHFR Test

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Unterschied Laienmeinung vs Evidenz: MTHFR Test

Der MTHFR-Test ist ein Paradebeispiel für die Diskrepanz zwischen Laienmeinung und wissenschaftlicher Evidenz. In Laienkreisen wird oft behauptet, dass bestimmte Varianten (z. B. C677T) direkt zu schweren Gesundheitsproblemen wie Depressionen, Thrombosen oder Krebs führen und daher eine hochdosierte Supplementierung mit Methylfolat oder Methylcobalamin zwingend erforderlich sei. Die wissenschaftliche Evidenz zeigt jedoch ein differenzierteres Bild: MTHFR-Varianten sind häufig (ca. 10–20 % der Bevölkerung sind homozygot für C677T) und die meisten Träger sind asymptomatisch. Ein erhöhtes Homocystein – nicht der Genotyp allein – ist der relevante Risikomarker. Die klinische Leitlinie empfiehlt den MTHFR-Test nur in spezifischen Kontexten (z. B. bei erhöhtem Homocystein, unerklärten Thrombosen oder in der Schwangerschaft). Ohne diese Indikation ist der Test für gesunde Personen nicht sinnvoll und kann zu unnötigen Ängsten oder Selbstmedikation führen. Cave: Die Einnahme hoher Dosen Methylfolat ohne ärztliche Aufsicht kann Nebenwirkungen haben (z. B. Maskierung eines Vitamin-B12-Mangels).

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