COMT (Catechol-O-Methyltransferase) ist ein Enzym, das den Abbau von Katecholaminen (Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin) und Östrogenen steuert. Der häufigste genetische Polymorphismus (Val158Met) beeinflusst die Enzymaktivität: Val-Träger haben eine höhere, Met-Träger eine niedrigere Aktivität. Im Kontext von Langlebigkeit wird COMT vor allem über zwei Mechanismen diskutiert: (1) Modulation von oxidativem Stress und Entzündung – Met-Varianten könnten durch höhere Dopaminspiegel die antioxidative Abwehr beeinflussen; (2) Östrogenstoffwechsel – niedrige COMT-Aktivität kann zu erhöhten genotoxischen Östrogenmetaboliten führen, was theoretisch das Krebsrisiko steigert. Die Evidenz ist jedoch überwiegend assoziativ und stammt aus populationsbasierten Studien (z. B. GWAS zu Langlebigkeit), die COMT als einen von vielen Kandidaten nennen. Es gibt keine robusten Belege, dass COMT allein die Lebensspanne signifikant beeinflusst. Die Effektstärke ist gering, und Umweltfaktoren (Ernährung, Bewegung, Stressmanagement) dominieren. Für Konsumenten von DNA-Tests gilt: COMT-Befunde sind als schwacher Hinweis zu werten, nicht als Handlungsanweisung. Eine Anpassung der Supplementierung (z. B. Methylspender) sollte nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen, da Wechselwirkungen mit Medikamenten (z. B. Antidepressiva) möglich sind.
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