Die Vorstellung, ein kommerzieller „Leaky Gut“-Test könne zuverlässig die Darmpermeabilität messen und direkt mit Schlafproblemen verknüpfen, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Zwar gibt es Hinweise, dass chronischer Schlafmangel die Darmbarriere beeinträchtigen kann (erhöhte Permeabilität, geringere Tight-Junction-Expression), doch die meisten Direktverbrauchertests – etwa auf Zonulin, Lipopolysaccharide (LPS) oder IgG gegen Nahrungsmittel – sind nicht ausreichend validiert. Die EAACI, DGAKI und AAAAI raten von IgG/IgG4-Tests zur Diagnose von Nahrungsmittelunverträglichkeiten ab. Zonulin im Stuhl korreliert nur schwach mit der tatsächlichen Darmpermeabilität, gemessen mittels Goldstandard (Lactulose/Mannitol-Test). Schlafqualität wird besser durch validierte Fragebögen (PSQI, MEQ) oder Aktigraphie erfasst. Ein „Leaky Gut“-Test ersetzt keine schlafmedizinische Abklärung. Die Evidenz für solche Tests ist überwiegend Marketing, nicht klinische Praxis. Wer Schlafstörungen und Verdauungsbeschwerden hat, sollte zuerst einen Arzt aufsuchen, bevor er teure, nicht evidenzbasierte Tests kauft.
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