Das Konzept des „Leaky Gut“ (durchlässiger Darm) ist in der Schulmedizin umstritten. Es beschreibt eine erhöhte Permeabilität der Darmschleimhaut, die theoretisch das Eindringen von Bakterien und Toxinen in den Blutkreislauf begünstigen könnte. Bisher fehlen jedoch standardisierte Diagnosekriterien und belastbare klinische Studien, die eine spezifische „Heilung“ durch Diäten oder Nahrungsergänzungsmittel belegen. Viele der angebotenen Selbsttests (z. B. auf Zonulin) sind nicht ausreichend validiert. Eine gesunde Lebensweise mit ballaststoffreicher Ernährung, ausreichend Schlaf und Stressmanagement kann die Darmbarriere allgemein unterstützen, ist aber keine spezifische Therapie. Bei anhaltenden Verdauungsbeschwerden sollte ein Gastroenterologe aufgesucht werden, um organische Ursachen wie Zöliakie oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen auszuschließen. Die Evidenz für „Leaky Gut“ als eigenständige Krankheitsentität ist schwach; viele Behauptungen basieren auf Marketing. Daher ist Vorsicht vor teuren, nicht belegten Behandlungen geboten.
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