Die Frage, ob Progesteron bei Stress sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Progesteron wird oft als ‚beruhigendes‘ Hormon bezeichnet, da es im Gehirn GABA-Rezeptoren modulieren kann – ähnlich wie Benzodiazepine. Einige Studien deuten auf eine angstlösende Wirkung hin, insbesondere in der Lutealphase des Menstruationszyklus oder bei Frauen mit prämenstruellem Syndrom. Allerdings ist die Evidenz für eine generelle Stressreduktion durch Progesteron-Supplementierung schwach und widersprüchlich. Die meisten Daten stammen aus Tierstudien oder kleinen Humanversuchen. Zudem kann eine unkontrollierte Einnahme von Progesteron Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel oder Stimmungsschwankungen auslösen. Wichtig: Ein Gentest, wie er von MyBody-X angeboten wird, misst keine Hormonspiegel, sondern genetische Veranlagungen. Selbst wenn ein Gen wie CYP2C19 oder ADRB3 vorliegt, sagt das nichts über den aktuellen Progesteronbedarf aus. Bei Stresssymptomen sollte immer ein Arzt konsultiert werden, der individuelle Hormonprofile und Lebensstilfaktoren berücksichtigt. Die Evidenz für Progesteron als Stressmittel ist insgesamt als ‚mixed‘ einzustufen.
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