Die TSH-Messung ist bei unklarer Müdigkeit (Fatigue) ein sinnvoller erster Laborschritt, da eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) eine häufige, behandelbare Ursache von Erschöpfung ist. TSH ist der sensitivste Marker für eine gestörte Schilddrüsenachse. Allerdings ist Fatigue ein sehr unspezifisches Symptom – viele andere Faktoren wie Eisenmangel, Vitamin-D-Mangel, Schlafstörungen oder psychische Belastung kommen ebenfalls in Frage. Ein isoliert erhöhter TSH-Wert allein erklärt nicht immer die Müdigkeit; die klinische Bewertung (inkl. fT3, fT4, Antikörper) und das Gesamtbild sind entscheidend. Die Evidenz für TSH als Screening bei Fatigue ist humangestützt (Leitlinien), aber die Vortestwahrscheinlichkeit variiert stark. Bei normalem TSH sollte die Ursachensuche erweitert werden. Caveat: Keine Überinterpretation eines grenzwertigen TSH ohne Symptome oder Antikörper. Der Test ist sinnvoll, aber nicht hinreichend.
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