Die Beziehung zwischen Testosteron und Schlaf ist bidirektional und komplex. Einerseits beeinflusst der Schlaf die Testosteronproduktion: Studien zeigen, dass Schlafentzug (insbesondere REM-Schlaf-Mangel) den morgendlichen Testosteronspiegel senken kann. Andererseits kann ein niedriger Testosteronspiegel zu Schlafstörungen wie verminderter Schlafqualität, häufigerem Erwachen und verstärkter Tagesmüdigkeit beitragen. Allerdings ist die Evidenzlage nicht eindeutig: Viele Studien sind beobachtend, und es gibt erhebliche interindividuelle Unterschiede (Alter, Geschlecht, Lebensstil). Zudem können andere Faktoren wie Stress, Übergewicht oder obstruktive Schlafapnoe sowohl den Testosteronspiegel als auch den Schlaf beeinflussen. Die klinische Relevanz ist daher moderat. Ein Testosteron-Test (z. B. aus Speichel oder Blut) kann Hinweise geben, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung bei anhaltenden Schlafproblemen. Caveat: Die Werte unterliegen zirkadianen Schwankungen (morgens am höchsten) und sollten nicht isoliert interpretiert werden.
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