BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor) ist ein Protein, das eine Schlüsselrolle für das Überleben und die Plastizität von Neuronen spielt. Zahlreiche Studien zeigen, dass körperliche Aktivität – insbesondere aerobes Ausdauertraining – die BDNF-Konzentration im Gehirn und im Blut erhöht. Dieser Anstieg wird mit verbesserten kognitiven Funktionen, gesteigerter Gedächtnisleistung und einer neuroprotektiven Wirkung in Verbindung gebracht. Die Effekte sind dosisabhängig: Sowohl die Intensität als auch die Dauer des Trainings beeinflussen die BDNF-Ausschüttung. Allerdings ist die individuelle genetische Veranlagung (z. B. BDNF-Val66Met-Polymorphismus) ein wichtiger Moderator. Träger der Met-Variante zeigen oft geringere trainingsinduzierte BDNF-Anstiege. Die Evidenz basiert auf humanen Interventions- und Beobachtungsstudien mit moderaten Effektstärken. Es handelt sich um einen etablierten, aber nicht vollständig verstandenen Mechanismus. Für eine personalisierte Aussage reichen die derzeitigen Daten nicht aus. Caveat: BDNF-Messungen im Blut korrelieren nur bedingt mit den Konzentrationen im zentralen Nervensystem.
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