Die Beziehung zwischen Östradiol und Fatigue ist komplex und nicht abschließend geklärt. Östradiol beeinflusst zahlreiche physiologische Prozesse, darunter Neurotransmitterregulation, Schlafarchitektur, Mitochondrienfunktion und Entzündungsreaktionen – alles Faktoren, die das Energielevel beeinflussen können. Einige Studien deuten darauf hin, dass sowohl zu niedrige als auch zu hohe Östradiolspiegel mit erhöhter Müdigkeit assoziiert sein können, etwa in der Perimenopause oder bei bestimmten Zyklusphasen. Allerdings ist Fatigue ein multifaktorielles Symptom, das auch durch Stress, Schlafmangel, Schilddrüsenfunktion, Nährstoffmängel oder psychische Faktoren bedingt sein kann. Die Evidenz aus der Forschung ist überwiegend beobachtend und nicht ausreichend, um eine kausale Beziehung zu belegen. Einzelfallbasierte Hormonmessungen ohne ärztliche Interpretation können irreführend sein. Bei anhaltender Fatigue sollte daher immer eine umfassende ärztliche Abklärung erfolgen, bevor Hormonwerte als alleinige Ursache betrachtet werden.
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