Cortisol ist ein zentrales Stresshormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus maßgeblich beeinflusst. Ein erhöhter Cortisolspiegel am Abend kann das Einschlafen erschweren, die Tiefschlafphasen verkürzen und zu häufigerem Aufwachen führen. Daher erscheint es plausibel, dass eine Senkung des Cortisolspiegels – etwa durch Stressmanagement, regelmäßige Bewegung, verbesserte Schlafhygiene oder bestimmte Adaptogene wie Ashwagandha – die Schlafqualität verbessern kann. Die Evidenz hierzu ist jedoch gemischt: Während der physiologische Zusammenhang zwischen Cortisol und Schlaf gut belegt ist (mechanistische und beobachtende Studien), fehlen groß angelegte randomisierte kontrollierte Studien, die eine Cortisolsenkung als primäre Schlafintervention testen. Zudem spielen individuelle genetische Faktoren (z. B. Varianten im CRHR1-Gen) eine Rolle. Consumer-Tests, die Cortisol messen (z. B. im Speichel), haben eine begrenzte klinische Validität und sollten nicht zur Diagnose oder Therapiesteuerung verwendet werden. Fazit: Cortisolsenkung kann bei stressbedingten Schlafproblemen unterstützend wirken, ist aber kein Allheilmittel. Eine ärztliche Abklärung bei anhaltenden Schlafstörungen ist ratsam.
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