Der CRP-Wert (C-reaktives Protein) ist ein etablierter Laborparameter, der vom Körper als Reaktion auf Entzündungen, Infektionen oder Gewebeschäden gebildet wird. Er wird in mg/L gemessen. Ein erhöhter Wert (>5 mg/L) kann auf eine akute oder chronische Entzündung hinweisen, ist aber nicht spezifisch – er sagt nichts über die Ursache oder den Ort der Entzündung aus. In der Praxis wird CRP oft genutzt, um bakterielle von viralen Infektionen zu unterscheiden oder den Verlauf chronisch-entzündlicher Erkrankungen zu überwachen. Allerdings gibt es auch Grenzen: Leichte Erhöhungen (2–10 mg/L) können durch Stress, Übergewicht, Rauchen oder Schlafmangel entstehen. Marketing-Hype entsteht oft, wenn CRP als universeller „Gesundheitsmarker“ beworben wird, ohne auf diese Kontextabhängigkeit hinzuweisen. Hochsensible CRP-Tests (hs-CRP) werden zur Risikoabschätzung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt, aber auch hier ist die Evidenz moderat – ein einzelner Wert reicht nicht für eine Diagnose. Die Aussagekraft ist stark von der individuellen Situation abhängig. Ein CRP-Test allein ist kein Allheilmittel, sondern sollte immer im ärztlichen Kontext interpretiert werden. Ohne klinische Einordnung kann er zu unnötiger Verunsicherung oder falscher Beruhigung führen.
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