Ein Nährstoffcheck bei Müdigkeit kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein, ist aber kein Allheilmittel. Müdigkeit hat viele Ursachen – Schlafmangel, Stress, psychische Belastung, Bewegungsmangel oder chronische Erkrankungen. Ein Nährstoffmangel (z. B. Eisen, Vitamin B12, Folsäure, Vitamin D) kann zwar Müdigkeit verursachen, tritt aber nicht bei jedem auf. Die Evidenzlage zeigt: Ohne spezifische Risikofaktoren (vegane Ernährung, gastrointestinale Erkrankungen, Blutverlust) bringt ein breites Screening oft keine relevanten Erkenntnisse. Zudem sind viele kommerzielle Tests (z. B. DNA-basierte „Nährstoffchecks“) nicht ausreichend validiert. Insbesondere MTHFR-Gentests werden von der ACMG und CDC nicht empfohlen, da sie keinen klinischen Nutzen für die Allgemeinbevölkerung haben. Sinnvoller ist eine gezielte Labordiagnostik nach Anamnese: Ferritin, Vitamin B12, Holo-Transcobalamin, Vitamin D und ggf. Schilddrüsenparameter. Ein pauschaler Nährstoffcheck ohne ärztliche Indikation führt häufig zu unnötigen Kosten und Verunsicherung. Fazit: Bei anhaltender Müdigkeit sollte zunächst eine ärztliche Abklärung erfolgen, bevor teure Selbsttests durchgeführt werden.
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