Die Frage, ob CYP2D6 bei Fatigue sinnvoll ist, lässt sich aus der aktuellen Evidenz nicht klar bejahen. CYP2D6 ist ein Enzym, das vor allem für den Abbau vieler Medikamente (z. B. Antidepressiva, Neuroleptika, Betablocker, Opioide) zuständig ist. Fatigue kann eine Nebenwirkung solcher Arzneimittel sein – hier könnte ein CYP2D6-Gentest theoretisch Hinweise geben, ob jemand ein erhöhtes Risiko für Über‑ oder Unterdosierung hat. Allerdings ist die klinische Validierung für diesen spezifischen Endpunkt schwach. Die meisten Studien zu CYP2D6 und Fatigue beziehen sich auf Medikamenten-induzierte Müdigkeit, nicht auf Fatigue als eigenständiges Symptom ohne Medikamenteneinfluss. Zudem sind die Effektstärken meist gering und die Ergebnisse nicht ausreichend reproduzierbar. Consumer-DNA-Tests wie MyBody-X liefern keine klinisch validierten Dosisempfehlungen. Wer unter Fatigue leidet, sollte primär ärztliche Ursachenklärung (Schilddrüse, Eisen, Vitamin D, Schlaf, psychische Faktoren) suchen. Ein CYP2D6-Test kann nur im Rahmen einer ärztlichen Pharmakogenetik-Beratung sinnvoll sein, wenn tatsächlich Medikamente eingenommen werden, die über CYP2D6 verstoffwechselt werden. Ohne Medikation ist der Test für Fatigue nicht zielführend.
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