ACTN3 ist vor allem für seine Rolle bei der Muskelfaser-Typisierung bekannt – die R577X-Variante (rs1815739) bestimmt, ob das Protein α-Actinin-3 in schnellen Muskelfasern gebildet wird. Während der XX-Genotyp (Null-Mutation) mit Ausdauerleistung assoziiert ist, gibt es nur schwache, vorwiegend mechanistische Hinweise auf einen Zusammenhang mit Langlebigkeit. Einige Beobachtungsstudien an älteren Menschen oder Hundertjährigen deuten auf eine mögliche geringfügige Verschiebung der Allelhäufigkeit hin, aber die Effektgrößen sind klein und die Ergebnisse inkonsistent. Die Idee, dass ACTN3 direkt die Lebensspanne beeinflusst, ist spekulativ. Mögliche Mechanismen (z. B. veränderte Muskelregeneration oder metabolische Anpassung) sind nicht ausreichend durch Humanstudien belegt. Ein direkter DNA-Test auf Langlebigkeit allein auf Basis von ACTN3 ist klinisch nicht empfohlen. Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegung und Stressmanagement haben einen weitaus größeren Einfluss auf die gesunde Lebenserwartung. Die Evidenz ist daher als unklar einzustufen.
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