Die Behauptung, dass eine bestimmte CYP2C19-Variante direkt Müdigkeit verursacht, ist ein Mythos. CYP2C19 ist ein Enzym, das hauptsächlich für den Abbau von Medikamenten wie Clopidogrel, Protonenpumpenhemmern und bestimmten Antidepressiva zuständig ist. Die Genvariante beeinflusst, wie schnell oder langsam diese Arzneimittel verstoffwechselt werden. Eine veränderte Enzymaktivität kann zu einer veränderten Wirkstoffkonzentration im Blut führen, was indirekt Nebenwirkungen wie Müdigkeit begünstigen könnte – etwa bei einer Über- oder Unterdosierung eines Medikaments. Es gibt jedoch keine belastbaren Studien, die einen direkten, medikamentenunabhängigen Zusammenhang zwischen CYP2C19-Polymorphismen und allgemeiner Erschöpfung belegen. Die Evidenz ist hier mechanistisch und indirekt. Wer Müdigkeit erlebt, sollte andere Ursachen (Schlafmangel, Stress, Ernährung, andere Gene) priorisieren und die Medikation ärztlich prüfen lassen. Ein Gentest allein liefert keine Diagnose für Fatigue.
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