Die Frage, ob ein Cardio Risk Check auf Hautbasis sinnvoll ist, muss differenziert betrachtet werden. Grundsätzlich analysieren solche Tests genetische Varianten, die mit kardiovaskulären Risikofaktoren assoziiert sind – etwa im APOC3- oder FUT2-Gen. Die Evidenz für die Vorhersagekraft einzelner SNPs ist jedoch meist schwach („human-observational“ oder „marketing“). So zeigen Studien, dass APOC3-Varianten den Triglycerid-Spiegel nur gering beeinflussen und eine personalisierte Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren kaum rechtfertigen. Auch FUT2-Varianten wirken sich indirekt über Homocystein auf das Herz-Kreislauf-Risiko aus, nicht direkt auf Cholesterin. Die Probenentnahme über Haut (z. B. Wangenschleimhaut) ist für die DNA-Analyse gleichwertig zu Speichel oder Blut, ändert aber nichts an der begrenzten klinischen Aussagekraft. Ein Cardio Risk Check kann als ergänzende Information dienen, ersetzt aber keinesfalls etablierte Risikomarker wie Blutdruck, Blutfette, Raucherstatus oder Familienanamnese. Zudem fehlen für viele der getesteten SNPs validierte Handlungsempfehlungen. Daher ist der Test für die breite Bevölkerung nicht sinnvoll, es sei denn, er wird im Rahmen einer ärztlichen Beratung als Teil eines Gesamtbildes genutzt. Die Evidenz ist insgesamt als „marketing/unclear“ einzustufen.
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