Die Frage, ob TSH bei Stress hilft, ist ungewöhnlich formuliert. TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) wird von der Hypophyse ausgeschüttet und regt die Schilddrüse zur Produktion von T3/T4 an. Bei chronischem Stress kann die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA) die Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse (HPT) hemmen, was zu niedrigem TSH und einer „euthyreoten Stresskrankheit“ führen kann. Es gibt jedoch keine belastbare Evidenz, dass eine Erhöhung von TSH per se Stress lindert. TSH ist kein „Anti-Stress-Hormon“. Die Einnahme von TSH oder Schilddrüsenhormonen ohne medizinische Indikation ist gefährlich und kann zu Hyperthyreose, Herzrhythmusstörungen und Knochenschwund führen. Bei Stresssymptomen sind evidenzbasierte Ansätze wie Bewegung, Schlafhygiene und ggf. Psychotherapie angezeigt. Ein TSH-Test kann sinnvoll sein, um eine Schilddrüsenfunktionsstörung auszuschließen, aber nicht als Behandlung. Die Evidenz für eine direkte stresslindernde Wirkung von TSH ist praktisch nicht vorhanden.
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