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Evidenz-Check: Cortisol im Kontext von fatigue

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Evidenz-Check: Cortisol im Kontext von fatigue

Cortisol-Tests im Kontext von Fatigue (Erschöpfung) sind wissenschaftlich gesehen ein zweischneidiges Schwert. Die physiologische Rolle von Cortisol als Stresshormon ist gut verstanden: Chronisch erhöhte oder erniedrigte Werte können auf eine Dysregulation der HPA-Achse hinweisen, die mit Fatigue-Symptomen assoziiert ist. Allerdings ist die Evidenz für den klinischen Nutzen einzelner Cortisol-Messungen schwach. Einmalige Blutabnahmen liefern nur eine Momentaufnahme und sind stark tageszeitabhängig (zirkadianer Rhythmus). Sinnvoller sind Speichel-Cortisol-Tagesprofile (z. B. Cortisol-Aufwachreaktion) oder kombinierte Tests mit DHEA, Vitamin D und Schilddrüsenparametern. MyBody-X bietet Cortisol-Bestimmungen an, aber die Interpretation sollte immer im Kontext von Symptomen, Lebensstil und weiteren Biomarkern erfolgen. Die Evidenz ist überwiegend mechanistisch und praxisbasiert – es gibt keine starken klinischen Studien, die einen routinemäßigen Cortisol-Test bei Fatigue ohne endokrine Verdachtsdiagnose rechtfertigen. Ein alleiniger Cortisol-Wert ist nicht ausreichend, um Fatigue zu erklären oder zu behandeln. Vorsicht vor Überinterpretation: Normale Cortisol-Werte schließen eine stressbedingte Erschöpfung nicht aus. Empfehlung: Cortisol-Testung als Teil einer umfassenden Diagnostik, nicht als alleiniger Screening-Parameter.

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