Ein Gentest analysiert die DNA, meist aus einer Speichel- oder Blutprobe, auf spezifische Genvarianten (SNPs). Bei Consumer-Tests wie MyBody-X werden bestimmte Gene untersucht, z. B. für Stoffwechsel, Sport oder Ernährung. Die Ergebnisse zeigen genetische Veranlagungen, sind aber keine Diagnosen. Die Aussagekraft ist oft begrenzt: Viele Zusammenhänge basieren auf kleinen Studien oder mechanistischen Modellen, nicht auf klinischer Evidenz. Beispielsweise wird das COMT-„Warrior“-Merkmal von großen GWAS widerlegt (n=620k). Auch SOD2 rs4880 wird mit oxidativem Stress assoziiert, aber nicht mit Nahrungsmittelallergien. Mikrobiom-Tests für Kinder sind nicht validiert. Die Evidenz für viele Behauptungen ist marketinggetrieben. Ein Gentest kann Hinweise geben, sollte aber nie allein für medizinische Entscheidungen genutzt werden.
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