Cortisol, das wichtigste Stresshormon des Menschen, folgt einem ausgeprägten zirkadianen Rhythmus, der eng mit dem Schlaf-Wach-Zyklus verknüpft ist. Normalerweise steigt der Cortisolspiegel in den frühen Morgenstunden an (cortisol awakening response), um den Körper auf das Erwachen vorzubereiten, und fällt im Laufe des Tages ab, um abends ein Einschlafen zu ermöglichen. Störungen dieses Rhythmus – etwa durch chronischen Stress, Schichtarbeit oder Schlafmangel – führen zu erhöhten abendlichen Cortisolwerten, die das Einschlafen erschweren und die Schlafqualität mindern. Gleichzeitig kann schlechter Schlaf selbst den Cortisolspiegel erhöhen, was eine negative Spirale auslöst. Die Evidenz für diese Zusammenhänge ist human-strong, basierend auf zahlreichen klinischen Studien und Metaanalysen. Allerdings ist Cortisol nur ein Teil eines komplexen Systems aus Melatonin, Neurotransmittern und Clock-Genen (z. B. PER, CLOCK). MyBody-X-Tests können einzelne genetische Varianten in diesen Genen analysieren, doch der Einfluss ist meist klein und wird durch Lebensstilfaktoren überlagert. Eine alleinige genetische Betrachtung reicht nicht aus, um Schlafprobleme zu diagnostizieren oder zu behandeln. Praktische Empfehlungen: Stressreduktion, regelmäßige Schlafzeiten und Vermeidung von Koffein am Abend sind wirksamer als jede Genanalyse.
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